Das 20. Jahrhundert.
Dank der hohen handwerklich-technischen Standards der Optiker, der entwickelten Wissenschaft der Augenheilkunde,
der allgemeinen öffentlichen Versorgung mit Lesehilfen (Kassenbrille) und der rasanten Entwicklung auf dem
Gebiet der Glastechnik war Deutschland zu Anfang des 20. Jahrhunderts das weltweit bedeutendste Produktionsland
für Brillen.
Die Entwicklung von Kunststoffen brachte eine Revolution im Bereich der Brillenfassungen. In den zwanziger und
frühen dreissiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts waren es besonders die Brillenhersteller Zeiss und Busch
sowie Nitsche & Günther in Rathenow, die neue Brillen und innovative Fassungen entwickelten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich die Entwicklung des Designs mit einem zuvor nicht gekannten
Formenreichtum fort. Die Brille war jetzt (vollends) nicht mehr nur Lesehilfe, sondern zugleich ein
modisches Accessoire. Nur die Kassenbrille blieb zunächst von dieser Entwicklung ausgenommen, sie war
immer noch zeitlos hässlich.
Es ist nicht zuletzt der Verdienst Günther Fielmanns, dass das Einheitsmuster der Kassenbrillen durch
modische Vielfalt abgelöst wurde. Denn im Jahre 1972 wurde ein neues Kapitel der Brillengeschichte geschrieben:
die Gründung der ersten Fielmann-Niederlassung in Cuxhaven. Heute ist die Fielmann AG einer der grössten
Optikanbieter Europas.
Bild oben: deutsche Kassenbrille, um 1965