Das 19. Jahrhundert.
Gleich zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde ein neues Kapitel in der Geschichte der Brille aufgeschlagen:
Die Gründung der Brillenmanufaktur im brandenburgischen Rathenow durch J. H. A. Duncker im Jahre 1801.
Die Stadt Rathenow entwickelte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts zur führenden deutschen Produktionsstätte
für Brillen und blieb dies auch bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein.
Durch das Studienfach Augenheilkunde, das sich in den Universitäten in Deutschland etablierte, wurde auch
die Brillenproduktion auf ein neues wissenschaftlich-technisches Niveau gebracht. Die genaue Brillenanpassung,
wie man sie heute kennt, wurde in dieser Zeit entwickelt.
Mit der glastechnischen Revolution in der zweiten Jahrhunderthälfte, die namentlich durch Carl Zeiss und Otto
Schott geprägt wurde, hatte die Brillenproduktion schliesslich einen Stand erreicht, an den sie noch heute anknüpft.
Die 1883 vom Reichskanzler Bismarck eingeführten ersten Sozialgesetze waren der Grundstein für die ersten
"Kassenbrillen".
Bild oben: Springlorgnetten des 19. Jahrhunderts, geöffnet und geschlossen