Das 18. Jahrhundert.
Dem 18. Jahrhundert verdanken wir die heutige Brillenform. Zunächst brachte man seitliche Stangen
an den Brillen an, die der Brille Halt am Kopf brachten. Der Schritt zum Brillenbügel für die Ohren
war schnell getan. Die Stangen wurden einfach verlängert, so dass sie hinter dem Ohr Halt fanden.
Unsere heutige Brillenform wurde also recht spät entwickelt. Das erklärt sich daraus, dass es bis
ins 19. Jahrhundert unüblich und geradezu verpönt war, stets eine Brille zu tragen. Man benutzte sie
nur dann, wenn man sie unmittelbar brauchte.
Trotz allem setzte sich die Ohrenbrille nicht sofort durch. Die Nürnberger Drahtbrille beherrschte
in Deutschland den Markt. Mit dem Aufstieg des Bürgertums traten auch andere Formen der Sehhilfen
vermehrt auf: Lorgnetten und Scherenbrillen etwa wurden nach französischen Mustern produziert.
Bild oben: Schläfenbrille, um 1790